Reactory – Heavy

10. Oktober 2016
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reactory_heavy_frontZumindest hin und wieder sorgen die Herrschaften von F.D.A. Rekotz für etwas Abwechslung inmitten ihrer weitestgehend todesmetallisch orientierten Veröffentlichungen, indem sie sich jenseits des Tellerrandes nach interresanten Kapellen umschauen. Einer der aktuellesten Neuzugänge des brandenburgischen Labels sind REACTORY aus Berlin, auf deren schlicht als “HEAVY“ betitelten zweiten Langspieler es altbackenen und schnörkellosen Thrash Metal auf die Ohren gibt, der sich von heimischen Urgesteinen wie TANKARD, DESTRUCTION und KREATOR inspiriert zeigt.

Zwar erinnert das stimmungsvolle Artwork in Verbindung mit dem stumpfen Titel ein wenig an zweitklassigen Power Metal mit viel Kitsch, musikalisch jedoch gehen REACTORY mit ordentlich Biss ans Werk und liefern in knackigen Tracks wie “To Hypnos“ oder “Shrines Of The Forgotten Gods“ mächtige Salven amtlicher Riffs ab, die den einschlägigen Klassikern der genannten Bands zuweilen schon recht nah kommen und mit einem authentischen Flair, das an die Hochzeit des Thrash Metals in den 80er Jahren erinnert, überzeugen können. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die kraftvolle Produktion, die trocken und differenziert zugleich ausfällt, sodass etwa die verspielten Leads in “Let Me Rage Before I Die“ glasklar aus den Boxen schallen.

Leider muss bei allem Lob ebenfalls ein wenig Kritik an “HEAVY“ geäußert werden, denn die neun Songs des Albums bewegen sich nicht alle auf dem selben Qualitätslevel. Dies fällt gleich zu Beginn auf, will “To Thanatos“ trotz einiger guter Ansätze nicht so recht auf den Punkt kommen und rauscht daher eindruckslos am Hörer vorbei, sodass die Frage aufkommt, warum ausgerechnet dieser Titel als Opener gewählt wurde. Dies ist auch im weiteren Verlauf des Albums ein Problem, da REACTORY einige Passagen ohne besondere Note zuweilen zu sehr in die Länge ziehen, sodass die Dynamik und Spannung der Stücke ein wenig verloren gehen. Angesichts der lediglich 35-minütigen der Laufzeit von “HEAVY“ kommt es allerdings nur vereinzelt zu derartigen Längen, sind die Songs kurz und prägnant arrangiert und kommen rasch auf den Punkt.

Ein solides Werk ist “HEAVY“ trotz kleinerer Schwächen natürlich dennoch und immerhin zeigen die starken Nummern des Albums, dass REACTORY ausreichend Potential besitzen, um sich auf künftigen Outputs noch weiter zu steigern. Auf überflüssige Coverversionen, wie das die Platte abschließende “Eat The Rich“ von MOTÖRHEAD darf dabei gerne verzichtet werden.

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