Rapture – Malevolent Demise Incarnation

14. März 2021
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Es ist erstaunlich, wieviele Bands davon überzeugt sind, dass ausgerechnet RAPTURE genau der passende Name sei, unter dem ihr musikalisches Schaffen präsentiert werden sollte. In einem chaotischen Gewusel aus mehr als einem Dutzend unterschiedlichster Kapellen aus aller Welt fällt es somit gar nicht so leicht, den aktuellen Neuzugang in den Reihen von F.D.A. Records auszumachen. Während es in Deutschland und Chile sogar jeweils zwei Vertreter der gleichnamigen Kapellen gibt, stammt jedoch nur eine Gruppe aus Griechenland und genau diese unterschrieb kürzlich für ihren dritten Langspieler einen Vertrag beim brandenburgischen Label.

Auf diesem ergehen sich RAPTURE in einer geradezu ausschweifenden Orgie ungezügelter Aggressionen und brachialer Gewalt, die mit einer solch entfesselten Geschwindigkeit über den schon mit den ersten paar Takten überrumpelten Hörer hinwegfegt, dass es fast beängstigend ist. Am ehesten lassen sich die bösartigen Tracks von „MALEVOLENT DEMISE INCARNATION“ als fieser Bastard aus walzendem Death Metal und wahnwitzigem Thrash Metal umschreiben, wobei es Kapellen wie DEMOLITION HAMMER oder MORBID SAINT gewesen sein dürften, die die vier Griechen am nachhaltigsten beeindruckt haben. Trotz ihrer Vorliebe für ein recht rasantes Tempo, verlieren sich RAPTURE nicht in endlosen Wutausbrüchen, sondern sorgen mit einigen Breaks in schleppende Passagen dafür, dass sich nie eine reizlose Monotonie einstellt. In diesen meist nur kurzen Momenten, in denen massive Riffs und tiefe Growls dominieren, wird die Spannung mit der Hilfe von düster komponierten Leads effektiv gesteigert. Dennoch dauert es, wie etwa im melodisch durchsetzen „Predatory Menace“ oder dem besonders tempovariationsfreudigen „Herald Of Defiance“ nie lange, bis RAPTURE das kurzzeitig geschonte Gaspedal wieder voll durchtreten.

Neben der dynamischen Komponente der acht Tracks, punktet das abwechslungsreiche Songwriting auf „MALEVOLENT DEMISE INCARNATION“ zudem mit einer versierten und technisch ausgefeilten Instrumentalarbeit, sodass während der rund 45-minütigen Laufzeit stumpfes Geprügel vergebens gesucht wird. Leider wird die dargebotene Machtdemonstration der hellenischen Gruppe klangtechnisch nicht vollständig angemessen umgesetzt. So kommen Basedrum und Cymbals etwas zu drucklos daher, sodass die verfrickelte Saitenakrobatik von „Inanimate Frigidity“ oder „Requiem For A Woeful Dynasty“ nicht unbedingt mit der erforderlichen Wucht unterlegt wird. Dies verdirbt das Hörvergnügen der Platte zwar nicht, doch verschenken RAPTURE ihr reichlich vorhandenes Potential ein Stück weit.

Letztendlich ist dies zwar ein wenig schade, stellt aber natürlich trotzdem keinerlei Hindernis dar, nicht dennoch wunderbar von „MALEVOLENT DEMISE INCARNATION“ unterhalten zu werden. Es darf gehofft werden, dass RAPTURE mit einem starken Label im Rücken, nun mehr Aufmerksamtkeit erfahren werden, als bislang in ihrer immerhin schon fast 20-jährigen Karriere. Neben den verschiedenen Auflagen des Albums von F.D.A. Records, wird es übrigens eine streng limitierte Deluxe Version auf Clear Vinyl von Defying Danger Records geben. Allzu lange gewartet werden sollte mit dem Kauf allerdings nicht.

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