Nacht der Verdammnis – 12.03.2011 – Aßlar

17. März 2011
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Unter dem Banner „NACHT DER VERDAMMNIS“ lud der DARKSTORM HMC am vergangenen Samstag zur ersten Konzertveranstaltung unter eigener Regieführung ins Einhaus bei Aßlar ein. Mit den deutschen Black Metal Kapellen IRRLYCHT und PARAGON BELIAL im Programm, lockte ein ansprechendes Bandaufgebot, welches sich EVILIZED natürlich nicht entgehen ließ.

Bei Ankunft am Veranstaltungsort gegen 21:45 Uhr zeigte sich der großflächige Schotterparkplatz bereits gut gefüllt. Im Einhaus selbst wurden die recht zahlreich erschienenen Gäste noch von Musik aus der Konserve unterhalten. Ausreichend Sitzgelegenheiten, ein ausgedehnter Thekenbereich sowie ein kleiner Merchandisestand mit CDs, LPs und Shirts sorgten für eine lockere Verteilung der Besucher und somit eine angenehme Atmosphäre. Ein Lüftungssystem sicherte zudem die bei der Anzahl an Rauchern nötige Sauerstoffzufuhr.

Die erste Musikdarbietung an diesem Abend wurde von der saarländischen Truppe OLD PAGAN vorgetragen. In etwas dilettantischem Corpsepaint enterte das Quintett um 22:20 Uhr die Bretter um ihre Bühnenpremiere zu vollziehen. Die folgenden 35 Minuten hätte die Mannschaft um Bandkopf „Machosias“ sowohl dem Publikum als auch sich selbst besser ersparen sollen. Nach einem chaotischen Soundcheck, der mehr an eine erste Probe als an die letzten Minuten vor dem Auftreten vor Publikum erinnerte, bot sich ein Spektakel, dass so nur selten beobachtet werden kann. Scheinbar ohne die geringste Beherrschung ihrer Instrumente irrten OLD PAGAN mit einem an den Nerven zerrenden Gitarrensound durch ihr eigenes Liedgut. Während Machosias am Schlagwerk offensichtlich am ganzen Körper verkrampft die Felle bearbeitete, unterzog der Mann am Mikrofon beim Vortragen der Texte seine Stimmbänder einer Folterung, die strafrechtlich verfolgt werden sollte. Unter Berücksichtigung der Bühnenjungfräulichkeit und der damit verbundenen Nervosität, wäre an dieser Stelle ein milderes Urteil möglich gewesen, hätte sich der Fünfer nicht noch dazu entschlossen, sich der absoluten Lächerlichkeit preiszugeben. Während vom Rest der Meute der DARKTHRONE Klassiker „Hordes Of Nebulah“ entweiht wurde, platzierte der Bassist, der zu diesem Zweck auch gleich sein Instrument zur Seite stellte, ein invertiertes Holzkreuz auf der Bühne. Zusammen mit einem oberkörperfreien Besucher wurde nun ein Mahl in Form von rohem Fleisch und Blut zu sich genommen, während diverse Tierinnereien mittels Axt am Holzkreuz festgenagelt wurden. Statt der Bastelstunde, in der die Bühnendekoration angefertigt wurde, wäre eine zusätzliche Bandprobe sicherlich angebrachter gewesen. Das Ausbleiben jeglichen Applauses nach Verklingen des letzten Tones des rund 30 minütigen Auftrittes sollte den werten Herrschaften zu denken geben, ob sie nicht in einer Fleischerei besser aufgehoben wären als auf einer Bühne.

Die folgende Umbaupause, in der fleißige Hände die Bühne für den Auftritt der Heidelberger von IRRLYCHT herrichteten, wurde von den Gästen genutzt, um vor der Halle frische Luft zu schnappen oder sich an der Theke mit Getränken zu versorgen. Bereits während des Soundchecks von Schlagzeug und Saitenfraktion wurde klargestellt, dass die folgende Darbietung auf einem völlig anderen Niveau als das zuvor Vernommene ablaufen sollte. Um 23:35 Uhr öffnete sich die Tür des Backstagebereiches und Sänger „Isegrimm“ gesellte sich zu seinen Kollegen auf die Bühne und die Show wurde gestartet. Die nun wesentlich zahlreicher versammelten Besucher wurden vom Frontmann angeheizt, der seine Peitsche laut knallen ließ, während das erste Stück zum Besten gegeben wurde. Allmählich konnte das Publikum von IRRLYCHT zu etwas mehr Bewegung ermuntert werden und zu „Black Wolfish Hate“ wurden die ersten Haare geschüttelt. Mit dem  Lied „Seelenglut“, welches an diesem Abend seine Live-Premiere feierte, wurde zudem  Material vom neuen Album „SCHATTEN DES GEWITTERS“ vorgestellt. Sowohl die alten als auch die aktuellen Stücke wurden professionell und sauber vorgetragen. Dennoch konnte das Agieren der Truppe nicht völlig überzeugen. Abgesehen von Frontmann „Isegrimm“, der peitschend und bangend in forderster Linie stand, hielt sich der Rest der Gruppe etwas zu dezent zurück. Lediglich „Sorghal“, der neue Mann am Bass und bekannt von den Franzosen NEHËMAH, ließ sich beim ebenfalls neuen Lied „Le dernier Jugement“ dazu hinreißen, sein Haupthaar zu schwingen. Leider ertönte der Gesang etwas verwaschen aus der P.A. und so konnte die französische Lyrik bei diesem Titel nicht wirklich verstanden werden. Mit dem Split-LP-Track „Der letzte Seiner Art“ wurde nach einer Dreiviertelstunde ein durchaus solider Auftritt beendet, der beim Publikum auf viele positive Reaktionen traf.

Die nun deutliche kürzere Umbaupause von 25 Minuten kam der bereits fortgeschrittenen Uhrzeit sehr zu Gute. Pünktlich um 1:00 Uhr feuerter der Headliner PARAGON BELIAL mit „Nosferatu Sathanis“ die erste Black Metal Salve ins Publikum. Um einiges agiler und spielfreudiger als noch kurz zuvor IRRLYCHT ackerte sich das Trio durch ihr thrashig angehauchtes Set. Von den Fans angefeuert präsentierten die Mannen aus Mönchengladbach Stücke wie „666 – Calling Of Satan“ und „Black Tears Of Diabolical Rage“. Sänger und Bassist „Andras“ konnte sich die ein oder andere bissige Bemerkung bezüglich seiner Unzufriedenheit über den auf der Bühne herrschenden Monitorsound nicht verkneifen. Das Publikum im Bühnenbereich zeigte sich in seiner Stimmung jedoch unbeindruckt von diesen Kommentaren und feierten bis zum Schluss zu den Bandklassikern „Abomoth“ oder dem HELLHAMMER-Cover „Horus Aggressor“. Wenngleich ein etwas differenzierterer und sauberer Sound dem Material gut zu Gesicht gestanden hätte, ging um 2:00 Uhr ein würdiger Headlinerauftritt zu Ende, der von den Besuchern mit Zurufen und Applaus gewürdigt wurde.

Als Fazit darf auf einen angenehmen Konzertabend zurückgeblickt werden. Wird einmal von der wirren Darbietung der Saarländer OLD PAGAN abgesehen, wurde dem Besucher eine ordentliche Portion solider, handgemachter Musik geboten. Für eine erste Veranstaltung unter eigener Verantwortung können auch die Mitglieder des DARKSTORM HMC mit einer gut organisierten Arbeit zufrieden sein, wenngleich an einigen Stellen sicherlich noch Verbesserungsbedarf besteht. Im Speziellen sei hier ein Ausbau der Technik in Form einer leistungsfähigeren P.A. inklusive deren sichere Bedienung genannt. Es darf gespannt auf weitere Konzerte des DARKSTORM HMC gewartet werden.

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Mit dem  Lied „Seelenglut“, welches an diesem Abend seine Live-Premiere feierte, wurde zudem  Material vom neuen Album „SCHATTEN DES GEWITTERS“ vorgestellt.

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