Hell Inside Festival – 5./6.10.2012 – Würzburg

15. Oktober 2012
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2012_10_05_HellInsideFestivalEin neues Hallenevent feierte am ersten Wochenende in diesem Oktober seinen Einstand im fränkischen Mainstädtchen Würzburg. Unter den Namen HELL INSIDE Festival wurde an zwei Tagen zu extremen Klängen in die Posthallen, gelegen direkt am Hauptbahnhof, geladen. Neben den beiden Headliner ARCH ENEMY und ASPHYX lockten auch Gruppierungen wie REVOCATION, LOUDBLAST oder DR. LIVING DEAD als eher seltene Gäste auf deutschen Bühnen. Ein abwechslungsreiches Programm, bestehend aus insgesamt 25 internationalen Bands der unterschiedlichsten Sparten, stellte sicher, dass bei diesem Festival nahezu jeder Anhänger deftigen Schwermetalls auf seine Kosten kommen sollte. Eine extra eingerichtete Schlafhalle garantierte zudem eine warme und günstige Übernachtungsmöglichkeit für alle diejenigen, die kein Hotelzimmer mehr ergattern konnten.

Freitag:

Bei Ankunft gegen 16:00 Uhr befand sich das HELL INSIDE nach drei absolvierten Konzerten bereits in vollem Gang und auch die österreichischen Death Metaller ZOMBIE INC. um ex-PUNGENT STENCH Vocalist Martin Schirenc beendeten, ausgestattet mit Zombiemasken und blutverschmierten Shirts, bereits ihre Show vor noch sehr lichten Besucherreihen, die jedoch immerhin sehr großzügig Applaus spendierten. Besonders in der nun folgenden Umbaupause, in der sich die Anwesenden regelrecht einsam zwischen den reichlich vorhandenen Merchandiseständen, den beiden Theken, sowie dem angrenzenden Schlafabteil verstreuten, wurde deutlich, wie wenig Gäste sich bisher in der Halle aufhielten. Diese Tatsache sollte aber der ausgelassenen Stimmung des Festivals keinesfalls im Wege stehen…

So versammelten sich zum Auftritt der deutschen Thrasher CRIPPER nahezu sämtliche Besucher vor der Bühne, um die energiegeladene Show der Hannoveraner zu verfolgen. Bei bester Laune fegte das Quintett über die Bretter und feuerte die Menge mit flotten Stücken wie “Animal Of Prey“, “Dogbite“ oder “General Routine“ vom aktuellen Album “ANTAGONIST“ an und erntete dafür zahlreiche emporgereckten Fäusten und Beifall eines begeisterten Publikums. Auch einige technische Probleme mit den 6-Saitern wurden von der charismatischen Frontfrau Britta gekonnt überspielt, sodass schließlich mit dem Song “FAQU“ – für den IZEGRIM Sängerin Marloes als Verstärkung angeheuert wurde – eine überzeugende und sehenswerte Show beendet wurde.

Cripper

Den nächsten Slot im Programm übernahm die aus Boston stammende Truppe REVOCATION, die in diesem Herbst erstmals nach zwei Jahren wieder für einige Shows nach Deutschland zurück kehrte. Dargeboten wurde Technical Death Metal mit deutlichen Thrash Einflüssen. Feierwütig zögerten die versammelten Zuschauer nicht lange und kamen der Aufforderung nach einem Circle Pit unverzüglich nach, während die Herren aus Massachusetts ihre Finger zu brutalen Songs wie “Dismantle The Dictator“, “Bound By Desire“ oder “Conjuring The Cataclysm“ über das Griffbrett jagten. Trotz der anspruchsvollen Frickelei der Gitarrenfraktion wirkte das Material von REVOCATION nicht dermaßen anstrengend und erdrückend, wie leider bei einigen Genrekollegen der Fall, sodass die US-Amerikaner einen kurzweiligen Auftritt boten, dessen Abschluss “No Funeral“ von einem wilden Moshpit unterstrichen wurde.

EvocationFür etwas Auflockerung nach diesem heftigen Beitrag sorgten nun die Nordlichter EVOCATION, die von Fans in der ersten Reihe mit schwedischen Fähnchen begrüßt wurden, mit ihrem groovenden Old School Death Metal. Gehüllt in reichlich Nebel enterte der Fünfer die Bühne der Posthalle und spielte sich mit viel Bewegung durch das knapp 45-minütige Set. Neben neuen Stücken vom Langspieler “ILLUSIONS OF GRANDEUR“ wie “Metus Odium“ oder dem Titelsong, wurde auch älteres Material, wie der bereits 1992 geschriebene Track “Genesis“ (erstmalig auf der 2012er Compilation “EVOKED FROM DEMONIC DEPHTS – THE EARLY YEARS“ veröffentlicht) zum Besten gegeben. Vor einem leider mit viel zu großen Lücken durchzogenem Publikum beendeten EVOCATION mit dem großartigen “Feed The Fire“ einen erstklassigen Auftritt, der viele zufriedene Gesichter hinterließ.

Nicht nur für eine ansprechende musikalische Unterhaltung wurde seitens der Veranstalter gesorgt, sodass auch das leibliche Wohl der Gäste mit einer umfangreichen Auswahl an Getränken und Speisen bestens bedacht wurde. So konnte relativ preiswert zwischen Pizzastücken für 2,50 € und belegten Brötchen – ob mit Käse oder Wurst – für 2,00 € als auch heißen Würstchen an einem originalgetreuen amerikanischen Hot Dog Stand gewählt werden. Etwas tiefer musste leider der vom Durst geplagte Besucher in die Tasche greifen. Wer sich nicht mit einem Kaffee für günstige 1,50 € zufrieden geben wollte, musste für Radler, Pils oder Softdrink im 0,4l Becher schon 3,00 € plus 1,00 € Pfand auf die Theke blättern.

Pünktlich um 19:30 Uhr starteten nun JOB FOR A COWBOY aus Arizona ihre wüste Prügelorgie. Mit ordentlich Druck knüppelte die Truppe um Frontkeifer “Jonny“ der wütenden Menge Tracks ihrer drei Full-Length Alben vor den Latz. Doch nicht nur im Publikum herrschte dank unablässiger Circle Pits viel Bewegung. Auch die Herren an den Instrumenten flitzten zu pfeilschnellen Drums immer wieder quer über die Bühne und ergingen sich in schwindelerregender Fingerakrobatik. Dennoch nahmen sich die beiden Gitarristen Glassman und Sannicandro die Zeit, mit der rechten Hand eine Flasche Bier zu leeren, während die linke Hand weiter die Saiten bearbeitete. Wenngleich das krasse Material der verrückten Amis sicherlich nicht nach jedermanns Geschmack war, boten JOB FOR A COWBOY so doch auch optisch eine interessante Show.

Nach so viel Death Metal wurde es schließlich wieder Zeit für etwas Abwechslung. So wurden dem mittlerweile deutlich gewachsenem Publikum nun die Thrasher ONSLAUGHT präsentiert, die als besonderes Schmankerl ihren kompletten Langspieler “THE FORCE“ aus dem Jahr 1986 im Gepäck hatten. Angefangen bei “Let There Be Death“ arbeiteten sich die Briten während der dreiviertelstündigen Show durch die komplette Scheibe und konnten damit bei den euphorisch vor der Bühne feiernden Gästen auf ganzer Linie punkten. Sänger Sy Keeler bewies zudem eindrucksvoll, dass er auch noch nach nunmehr 26 Jahren im Geschäft zu stimmlichen Hochleistungen fähig ist und so ertönte die Lyrik von Songs wie “Fight With The Beast“ oder “Demoniac“ kraftvoll aus den Boxen. Nach einer mitreißenden “THE FORCE“ Show wurde schließlich noch der kurze Kracher “Thermonuclear Devestation“ vom Debüt zum Besten gegeben, bevor sich die sympathischen Herren von ihren Fans verabschiedeten.

Das im Anschluss aufspielenden Trio DYING FETUS packte nun wieder den Knüppel aus dem Sack und donnerte drückenden Death Metal in die Posthalle. Brachiale Tracks wie “Schematics“ oder “Procreate The Malformed“ und “Fornication Terrorists“ wurden mit wehenden Haaren von der Meute empfangen. Wenngleich die technisch sehr anspruchsvollen Songs perfekt umgesetzt wurden konnten die Amerikaner doch nicht vollkommen überzeugen. Da sich Gitarrist “John Gallagher“ und Bassist “Sean Beasly“ den Gesang teilen und somit ans Mikrofon gebunden sind, herrschte auf den Brettern fast keinerlei Bewegung. Auch die vorgetragene Songs boten nach einiger Zeit kaum noch Variation und so blieb das Konzert von DYING FETUS zwar wohl ein Fest für eingefleischte Genreliebhaber, aber lediglich eine zähe Stunde für weniger begeisterte Zuschauer.

Arch EnemyKonnte der Zeitplan bis hierhin noch fast perfekt eingehalten werden, ließen sich ARCH ENEMY als Headliner des ersten Abends nun deutlich mehr Zeit für den Umbau und dekorierten die Bühne ausgiebig mit Bannern und zwei Projektorleinwänden seitlich des Backdrops. Gegen 23:55 Uhr startet die schwedische Truppe schließlich eine Darbietung, die die Wartezeit mehr als entschädigte. Begleitet von einer erstklassigen Lichtshow und einigen detailverliebten Videosequenzen, zugeschnitten auf die jeweiligen Songs, ackerten sich ARCH ENEMY quer durch das Liedgut der Bandgeschichte, wobei der Fokus neben Songs wie etwa “Ravenous“ oder “Dead Eyes See No Future“ eher auf den Platten neueren Datums lag. In das bunte Programm, bestehend aus Tracks wie “Revolution Begins“ sowie “Bloodstained Claws“ und “Under Black Flags We March“ – zu dem Frau Gossow passenderweise mit einer schwarzen Fahne über die Bühne marschierte – vom neuen Album “KHAOS LEGIONS“ wurden auch Soloeinlagen von Schlagzeug und Gitarren eingebaut, die für eine nette Auflockerung sorgten. Zwar wirkte die Interaktion der deutschsprachigen Frontfrau mit dem Würzburger Publikum eher etwas unbeholfen, umso sicherer und mächtiger wurden allerdings die melodischen Death Metal Kompositionen mit wüsten Growls, donnernden Drums und verspielter Saitenarbeit vorgetragen. Nach etwa 70 Minuten endete die würdige Headlinershow mit der obligatorischen Bandhymne “We Will Rise“, zu der die feiernden Besucher nochmal sämtlich Fäuste reckten und Haare wirbelten.

Der nun noch auf der Running Order stehenden Gig der brasilianischen Kapelle KROW wurde auf Grund der noch anstehenden Heimfahrt nicht mehr beigewohnt. Viele erschöpfte Gesichter, die ebenfalls aus der Halle heraus und in Richtung Parkplatz schlenderten, zeigten deutlich, dass die Energie nach so vielen Stunden Livemusik schlicht und ergreifend verbraucht war und somit an einer zusätzliche Aftershowparty eher wenig Interesse bestand. Schließlich lockte auch der Samstag schon ab 13:00 Uhr wieder mit reichlich neuen Bands aus aller Welt…

Samstag:

Wie auch am Vortag wurde die Posthalle gegen 16:00 Uhr erreicht und erneut tummelten sich erst wenige Besucher vor der Bühne, auf der sich die Osnabrücker Jungs von DAWN OF DISEASE gerade mitten in ihrem Set befanden. Ohne Tieftöner spielte sich das Quartett munter durch den melodisch angehauchten Death Metal, ließ aber hier und da kleinere Patzer und Unstimmigkeiten erkennen. Auch die Anfeuerungsversuche von Sänger “Thomasz“ trafen im noch sehr trägen Publikum nur bedingt auf fruchtbaren Boden. So wurde insgesamt eine zwar wenig spektakuläre aber dennoch völlig solide Show abgeliefert, die immerhin für die richtige Einstimmung auf die noch kommenden Gigs des Tages einstimmte.

Dr.Living DeadFür wesentlich bessere Stimmung konnten im Anschluss die aus Schweden stammenden Thrasher DR. LIVING DEAD sorgen. Das maskierte Quartett sorgte in nur wenigen Minuten für gefüllte erste Reihen und reichlich Applaus. Sänger “Dr. Ape“ flitze zu Songs wie “Reptiles Beneath“ oder “Streets Of Doc Town“ wie ein Flummi über die Bühne und heizte der Meute ordentlich ein, die sich auch prompt in einen Circle Pit verwandelte. Sowohl optisch als auch musikalisch erinnerten DR.LIVING DEAD mit ihren Kopftüchern und dem rasanten Mix aus Thrash Metal und Hardcore recht auffällig an die L.A. Crossover Legende SUICIDAL TENDENCIES. Den Anwesenden jedenfalls sagte das Material der Stockholmer sehr zu, wie der üppige Beifall nach Verklingen des letzten Songs erkennen ließ.

Pünktlich um 16:45 Uhr folgte mit RESURRECTION aus Tampa, Florida wieder eine eher unbekannte Kapelle. Wenngleich deren Gründung zwar auf das Jahr 1990 zurückdatiert werden kann, geriet die Band auf Grund einer knapp 9-jährigen Pause bei vielen in Vergessenheit. Ausgestattet mit neuem Sänger und Bassisten präsentierten RESURRECTION ihren Old School Death Metal, ganz im Stile alter MORBID ANGEL. Zähe Downtempoparts formten im Wechselspiel mit flotte Knüppelpassagen abwechslungsreiche und ansprechende Tracks. Neuzugang und Frontmann Jon DeLoe verschenkte zwischen den ansprechenden Songs immer wieder CDs an Fans im Publikum und sammelte auf diese Weise reichlich Sympathipunkte.

EntrailsZum vierten (und nicht letzten) Male an diesem Wochenende betrat mit ENTRAILS nun eine schwedische Band die Bühne des HELL INSIDE Festivals. Mit ihrem Zweitwerk “THE TOMB AWAITS“ ernteten die Herren aus dem kalten Norden überschwängliche Lobeshymnen, die auch nach diesem Auftritt sicherlich nicht abreißen dürften. Ein düsteres Intro läutete das 45-minütige Set ein, in dem Songs wie “End Of All Existence“, “Blood Red“ oder das mächtig groovende “Crawling Death“ gespielt wurden. Nach dem Gig von EVOCATION am Vortag wurde die Halle abermals von herrlich kauzigem Schwedentod mit knarzigen Gitarren und wummernden Basslinien beherrscht, der für eine super Stimmung sorgen konnte. Ohne große Worte führte Sänger “Jocke Svensson“ durchs Programm und brachte neben seinen hüftsteifen Kollegen immerhin die Zuschauer in Bewegung. Dank eines sehr … massigen … Besuchers, der oberkörperfrei und mit unzähligen Tattoos übersät in die Menge stürmte, musste immer wieder auf umherfliegende Personen geachtet werden, die diesem im Chaos des Moshpits nicht mehr rechtzeitig ausweichen konnten und wie Spielfiguren durch die Gegend geschleudert wurden.

Weitaus weniger Enthusiasmus konnten die Franzosen LOUDBLAST im Anschluss beim Publikum hervorrufen. Wenn auch solide vorgetragen fehlte es der Melangé aus Thrash und Death Metal an Spannung und Höhepunkten. So plätscherten die Songs eher unspektakulär vor sich hin und brachten nur eine handvoll Fans dazu die Haarpracht kreisen zu lassen. In den sonst recht ausgedünnten Reihen konnte außer einem leichten Kopfnicken meist keine große Reaktion erkannt werden, sodass LOUDBLAST ihrem späten Slot in der Running Order nicht gerecht wurden. Viele nutzten die Gelegenheit, um sich durch das üppige Angebot der Merchandisestände zu wühlen. Doch auch die im hinteren Bereich der Location aufgestellten Bierzeltgarnituren luden immer wieder zum Verschnaufen ein und wurden während des gesamten Festivals immer wieder genutzt um ein kleine Zwischenmahlzeit einzunehmen oder neue Kraft zu sammeln, bevor der Weg erneut in den vorderen Teil der Halle führte.

Anspruchsvoll wurde es nun wieder mit den Old School Veteranen IMMOLATION, die bereits seit 1988 technischen Death Metal zelebrieren. Trotz der bereits seit einigen Wochen andauernden Tour mit MARDUK, quer durch ganz Europa, strotzten die Herren um Fronter Ross Dolan vor Spielfreude und arbeiteten sich sichtlich gut gelaunt durch Songs wie “Under The Supreme“, “Dawn Of Posssesion“ oder den Klassiker “Into Everlastign Fire“. Besonders Leadgitarrist Robert Vigna bot mit seinen Grimassen und der, an Akrobatik erinnernden Spielweise, einen mehr als unterhaltenden Anblick. Bis zur letzten Sekunde gaben IMMOLATION volle Energie in jeden gespielten Titel und wurden nach nach einer knappen Stunde schweißgebadet unter lautem Beifall von der Menge verabschiedet.

Statt der üblichen Pausenmusik erfüllten nun mystische Mönchschoräle die Posthalle und kündigten den Auftritt der (leider) einzigen Black Metal Band des HELL INSIDE Festivals an. In dicke Nebelschwaden gehüllt, betrat um 22:05 Uhr die Kriegsmaschinerie MARDUK die Bühne und schmetterte mit “Serpent Sermon“ auch sofort den Titeltrack des aktuellen und mittlerweile zwölften Full-Length Albums in die dicht gedrängte Menge. Bandchef “Morgan“ und seine Mannen führten durch ein abwechslungsreiches Set, aus sowohl langsamen Stücken als auch den für die Schweden typischen Hochgeschwindigkeitssongs, das nahezu die komplette Discographie des Vierers abdeckte. Neben den üblichen Klassikern wie “Baptism By Fire“ oder “On Darkened Wings“ zogen MARDUK auch einige Überraschungen aus dem Ärmel und so gab es mit “Within The Abyss“ auch einen sehr alten Song von der ’91er Demoveröffentlichung “FUCK ME JESUS“ auf die Ohren. Sänger “Mortuus“ keifte und röchelte sich bösartig wie eh und je durch die morbide Lyrik und bot zudem die perfekte Optik für das pechschwarze Material.

Setlist:

MardukSerpent Sermon

Nowhere – No-One – Nothing

The Levelling Dust

The Black Tormentor Of Satan

On Darkened Wings

Slay The Nazarene

Temple Of Decay

Throne Of Rats

Deme Quaden Thyrane

Within The Abyss

Baptism By Fire

Panzer Division Marduk

Souls For Belial

Zwar neigte sich der Abend gegen 23:00 Uhr allmählich seinem Ende entgegen, doch bevor die Stecker endgültig gezogen werden sollten, erwartete die ungeduldigen Besucher noch eine letzte Headlinershow. Für diesen Slot konnten die Veranstalter ASPHYX rekrutieren, die zu solch später Stunde noch einmal eine beeindruckende Lektion erteilten, wie Death Metal der wirklich alten Schule zu klingen hat. Die Niederländer fegten haareschüttelnd und die Bühne, von der wirklich jeder Quadratzentimeter ausgenutzt wurde. Auf die Ohren gab es dabei sowohl Klassiker der ersten Alben, wie “Wasteland Of Terror“ oder “Food For The Ignorant“ als auch neuere Songs in Form von ‚Death…The Brutal Way“, dem kurzen Wüterich “Deathhammer“ oder auch dem ultrazähen Stampfer “Minefield‘. Ein besonders pfiffiges Kerlchen in der ersten Reihe trug mit seinen lautstarken Forderungen nach dem bereits relativ zu Anfang gespielten Song “M.S. Bismarck“ sehr zur Belustigung von Sänger Martin van Drunen bei, der diese geistige Verwirrtheit auf den Genuss von diversen, illegalen Substanzen zurückführte. Doch auch sonst würzte Herr van Drunen die Show mit reichlich dummen Sprüchen und stellte schlussendlich fest, einfach zu alt für derart lange Konzerte zu sein. Auf den 9-minütigen Kracher “The Rack“ musste natürlich dennoch nicht verzichtet werden, der nach einem knapp anderhalbstündigen Gig noch als Zugabe gespielt wurde, bevor die Gäste des HELL INSIDE in eine kühle und verregnte Nacht entlassen wurden.

Asphyx

Nach zwei Tagen, vollgestopft mit viel heftiger Musik, darf auf ein vollkommen gelungenes Hallenevent zurückgeblickt werden. Wenngleich am Nachmittag und frühen Abend einige zusätzliche Besucher wünschenswert gewesen wäre, wurde das HELL INDISE Festival doch von einer erstklassigen Stimmung beherrscht. Die Veranstalter konnten eine abwechslungsreiches Line-Up mit fast ausschließlich überzeugenden Bands zusammenstellen, die bei durchgehend tollem Sound und passenden Lichshows für beste Unterhaltung sorgten. Auch der Eintrittspreis mit 30,00 € für ein Tagesticket bzw. 45,00 € für ein Wochenendticket im Vorverkauf darf für ein Festival dieser Größenordnung als völlig angemessen bezeichnet werden. Abgerundet wurde das Spektakel durch ein umfangreiches Angebot an Essen und Getränken, Sitzmöglichkeiten in der Halle und freundliche Securities, die auch am späten Samstag Abend noch nette Worte für die Besucher fanden. Auf eine Fortsetzung des HELL INSIDE Festivals mit ähnlich buntem Programm im nächsten Jahr darf also gehofft werden.

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