Tramalizer – Fumes Of Funeral Pyre

19. Juni 2023
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Auch mehr als drei Dekaden nachdem ENTOMBED und DISMEMBER mit ihren Debütalben wahrlich unsterbliche todesmetallische Klassiker erschaffen haben, formieren sich jedes Jahr etliche neue Bands mit dem erklärten Ziel, genau so zu klingen, wie die beiden schwedischen Kapellen es damals taten. Und sogar im benachbarten Finnland scheint heute noch in Erinnerungen schwelgend gen Stockholm geblickt zu werden, huldigen TRAMALIZER dieser Tage mit ihrem ersten Langspieler dem geliebten HM-2-Sound auf sehr charmante Art und Weise. Nachdem zuvor schon eine L-G Petrov gewidmete Single veröffentlicht wurde, gehen die vier Herren aus dem Land der tausend Seen nun also auf die volle Distanz und zollen ihren mächtigen Idolen auf dem von Soulseller Records auf den Markt gebrachten „FUMES OF FUNERAL PYRE“ ehrfürchtig Tribut.

Natürlich ist klar, dass vom einem derartigen Werk, mit dem in erster Linie die alten Helden gewürdigt werden sollen, kein besonders eigenständiger Stil erwartet werden darf und trotzdem sind TRAMALIZER weit davon entfernt, einen billigen Abklatsch von „LEFT HAND PATH“ abzuliefern. Nein, die elf dargebotenen Tracks bieten qualitativ hochwertigen Elchtod, der angenehm frisch klingt und mit einer zeitgemäßen Produktion ausgestattet wurde, die die finstere Stimmung von damals dennoch wunderbar einfängt. Dafür sorgen nicht nur die knarzigen Sechssaiter, die massig explosive Riffsalven abfeuern, sondern auch die brutal herausgebrüllten Vocals von R.Tarvonen, die kaum wütender sein könnten. Neben den klassisch sägenden Tremoloriffs, hält „FUMES OF FUNERAL PYRE“ aber auch eine ordentliche Portion dreckigen Groove bereit, der etwa in „At The Night Of Feast“ ausgiebig zelebriert wird, wobei TRAMALIZER aus dem flotten Midtempo mehrmals jäh in schwer doomige Passagen wechseln und diese in „Curse Of The Lake Drag“ mit einigen tollen Melodien garnieren. Noch ausgefeilter tobt sich M. Jokelainen mit seinen flirrenden Leads in „Hating God“ aus, die diesen damit ein Stück weit von den übrigen Songs abheben, geht das nordische Quartett hier besonders energisch ans Werk. Doch auch der peitschend schnelle Titeltrack mit seinem eingängigen Refrain kann überzeugen und verdeutlicht, dass die Platte von erfahrenen Musikern komponiert wurde, die über reichlich handwerkliches Geschick verfügen und ein gutes Gespür für packendes Songwriting mitbringen.

Zwar mag „FUMES OF FUNERAL PYRE“ nur bedingt eine eigene Handschrift aufweisen und dennoch liefern TRAMALIZER eine starke erste Platte ab, die in den selbst gesetzten engen Grenzen des schwedischen Sounds auf überraschend viel Variation setzt und daher angenehm abwechslungsreich sowie kurzweilig ausgefallen ist. Abgerundet von einem kraftvollen Sound und einem schicken Artwork kann an dieser Stelle nur jedem Fan der eingangs genannten Bands empfohlen werden, den Rundling anzutesten oder sogar gleich blind zu kaufen.

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